Debora Ulman

Fachzahnärztin für Kieferorthopädie

 

  • Ab 1.04.2020: Niederlassung als Kieferorthopädin in eigener Praxis in Plochingen
  • 02/2018: Angestellte Fachzahnärztin für Kieferorthopädie bei der Kieferorthopädischen Praxis "Kieferspezialist" H.P. Herrmann und Dr. med. dent. B. Barmé in Sindelfingen, Baden-Württemberg  
  • 01/2018: Prüfung zum Erhalt der Zusatzbezeichnung "Fachzahnärztin für Kieferorthopädie" in Halle, Sachsen Anhalt
  • 01/2016 -12/2017: Weiterbildungsassistentin für Kieferorthopädie an der Universitätspoliklinik für Kieferorthopädie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg unter der Leitung von Univ. Prof. Dr. Dr. R. Fuhrmann
  • 10/2013 - 12/2015: Weiterbildungsassistentin für Kieferorthopädie bei der Kieferorthopädischen Praxis "Kieferspezialist" H.P. Herrmann und Dr. med. dent. B. Barmé in Sindelfingen, Baden-Württemberg
  • 10/2009 - 08/2013: Niedergelassene Zahnärztin in Valencia (Spanien) mit den Schwerpunkten Kieferorthopädie und Implantologie www.clinicadentalulman.com
  • 07/2000 bis 09/2009: Angestellte Zahnärztin in der Praxis ZA Julio Ulman Mestorino in Valencia (Spanien)
  • 05/2006 – 05/2008: Angestellte Zahnärztin in der Praxis Dr. Jose Francisco Ballester: MKG-Chirurg, Implantologe und Hauptleiter des Curriculums für Implantologie und Oralchirurgie „Esorib“

 

  • 07/2000: Approbation als Zahnärztin an der Universität von Valencia (Spanien)
  • 10/1995 - 07/2000: Studienfach Zahnmedizin Universität von Valencia (Spanien)
  • 2001 – 2003: Curriculum für Kieferorthopädie am Gnathos Institut in Madrid (Spanien)
  • 2007-2008: Curriculum für Implantologie und Oralchirurgie am Esorib Institut in Madrid (Spanien)

 

  • BDK Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden
  • DGKFO Deutsche Gesellschaft für Kieferorthopädie
  • DGAO Deutsche Gesellschaft für Aligner Orthodontie
  • Invisalign® Zertifiziert
  • InsigniaTM Anwender

 

16.  Fragen an Ihre Kieferorthopädin Frau Debora Ulman
 

Hallo Frau Ulman, im April 2020 haben Sie die Praxis von Dr. Regina Peter in Plochingen übernommen. Wenn Sie nun zurückblicken:
1. Wie würden Sie die letzten eineinhalb Jahre beschreiben?

Definitiv vielseitig. Auf der einen Seite waren es sehr spannende und aufregende eineinhalb Jahre, denn ich habe das Gefühl nicht nur einen Traum verwirklicht zu haben, sondern auch am richtigen Ort angekommen zu sein. Und das ist wirklich ein sehr schönes Gefühl.
Auf der anderen Seite hat es mir Corona nicht leicht gemacht. Jeden Tag warteten neue Herausforderungen auf mich und mein Team. Täglich musste man auf so ziemlich alles gefasst sein. Mein Team hat in dieser neuen und ungewohnten Situation großartige Arbeit geleistet. Wir haben unsere Praxisabläufe neu strukturiert und neue Maßnahmen etabliert, um die Sicherheit unserer Patienten und meines Teams zu gewährleisten.

2. Frau Ulman, Ihr Name klingt ziemlich deutsch, aber Sie haben einen außergewöhnlichen Akzent. Wo kommen Sie ursprünglich her?

Geboren wurde ich in Argentinien. Genau genommen in der Hauptstadt Buenos Aires. Aufgewachsen bin ich allerdings in Valencia, im sonnigen Spanien direkt am Meer. Valencia ist daher auch zu meiner Heimat geworden. In Deutschland wohne ich nun seit September 2013 und in Baden-Württemberg fühle ich mich wie Zuhause.

3. Vermissen Sie Spanien?

Am meisten vermisse ich an Spanien natürlich meine Eltern, die immer noch dort leben und viele Freunde und tolle Kollegen. Die sonnigen Tage im Winter fehlen mir hier manchmal genauso wie spontane Treffen mit Freunden auf ein paar Tapas am Meer.

4. Warum nun hier in Baden-Württemberg?

Im Jahr 2013 bin ich nach Deutschland gekommen, um meine Ausbildung als Fachzahnärztin für Kieferorthopädie zu absolvieren. Diese Entscheidung habe ich 2012 in Spanien getroffen, als ich noch meine eigene Praxis in Valencia geführt habe.
Um mir diesen Traum zu erfüllen, musste ich 2 Jahre als Weiterbildungsassistentin in einer Kieferorthopädischen Praxis in Vollzeit arbeiten. Auf diese Stelle habe ich mich bei mehreren Praxen beworben und tatsächlich auch mehrerer Zusagen erhalten: in Schleswig-Holstein, Bayern und eben auch in Baden-Württemberg. Letztendlich entschied ich mich für eine Kieferorthopädische Praxis im Großraum Stuttgart, denn in dieser Praxis wurden mir die besten und umfangreichsten Qualifikationsmöglichkeiten in allen Bereichen der Kieferorthopädie angeboten. Zudem hat mir Baden-Württemberg als Region einfach sehr gut gefallen.

5. Warum sind Sie Kieferorthopädin geworden?

Ein wenig hat das sicher auch mit unserer „Familientradition“ zu tun. Ulman steht für „Zahnarzt-Tradition“. Die Zahnärzte in unserer Familie sind weltweit verteilt, auf Madrid und Murcia in Spanien und Buenos Aires in Argentinien. Der älteste „Ulman Zahnarzt“ ist inzwischen fast 90 Jahre alt und arbeitet noch immer in seiner Praxis in Buenos Aires, zusammen mit seinem Sohn. Mein Vater ist ebenfalls Zahnarzt und seit 2009 in Rente.
Und ich bin nun als erste Kieferorthopädin in unserer Familie tätig. Für diese Fachrichtung habe ich mich schon immer begeistert, denn sie ist sehr abwechslungsreich. Keine Zahnfehlstellung gleicht der anderen und diese Herausforderung mag ich besonders. Ebenso wie das handwerkliche Arbeiten beim Biegen der Drähte. Das Arbeiten mit Kindern macht mir dazu sehr viel Freude.

6. Wo haben Sie Zahnmedizin studiert?

Studiert habe ich Zahnmedizin in meiner Heimat Valencia, an einer der besten und ältesten Universitäten Spaniens: „Universidad de Valencia“. Als ich 1995 zu studieren begann, konnten nur diejenigen dort einen Studienplatz für Zahnmedizin erhalten, die eine bestimmte Abiturnote erreicht hatten – wie auch hier in Deutschland.
Mit Beginn dieses Studiums lagen 5 lange und anstrengende Jahre vor mir, die trotz allem auch mit viel Freude, Hoffnung und neuen Erlebnissen verbunden waren.

7. Sie tragen die Berufsbezeichnung „Fachzahnarzt für Kieferorthopädie“. Diese Qualifikation haben Sie in Deutschland bekommen. Können Sie es kurz erläutern?

Diese Bezeichnung tragen nur die Zahnärzte, die nach abgeschlossenem Zahnmedizinstudium und mindestens 1-jähriger Berufserfahrung als Zahnarzt eine zusätzliche drei- bis vierjährige Weiterbildung für Kieferorthopädie absolviert und die Fachzahnarztprüfung bestanden haben.
Bei mir waren es damals 12 Jahre Berufserfahrung als Zahnarzt, von denen ich 10 Jahre lang mit dem Schwerpunkt Kieferorthopädie tätig war. Meine Weiterbildung in Deutschland habe ich entsprechend 2 Jahre lang in Vollzeit in einer Kieferorthopädischen Praxis in Großraum Stuttgart sowie danach 2 Jahre am Universitätsklinikum für Kieferorthopädie in Halle an der Saale ebenfalls in Vollzeit absolviert.

8. Wie lange arbeiten Sie schon in der Kieferorthopädie?

Seit 2013 behandle ich ausschließlich kieferorthopädisch. Mit meiner zuvor 10-jährigen Tätigkeit als Zahnärztin mit dem Schwerpunkt Kieferorthopädie in Spanien, macht das bis heute 18 Jahre Erfahrung in der Kieferorthopädie.

9. Was denken Sie sind die besten Eigenschaften eines guten Kieferorthopäden?

Das lässt sich nicht in einem Satz beantworten, denn verschiedene Merkmale machen diesen aus.
Ein guter Kieferorthopäde…
… hat sich entsprechend ausgebildet und legt Wert auf eine ständige Fortbildung, um immer auf dem neuesten Behandlungsstand zu sein und damit auch die bestmögliche Therapie anbieten zu können.
… hört dem Patient bzw. den Eltern bei der ersten Beratung zuerst zu und achtet auf deren Wünsche und Bedürfnisse.
… stellt den Therapieverlauf ausführlich und verständlich dar und bespricht diesen gemeinsam mit dem Patienten bzw. dessen Eltern.
… bespricht Ziele gemeinsam, denn alle Beteiligten sollten in das getroffene Behandlungsziel einbezogen werden.
… baut Vertrauen auf und sieht in der Behandlung keine Probleme – höchstens Herausforderungen
Nur so kann auch ein gutes Behandlungsergebnis erreicht werden.

10. Wie modern ist die Kieferorthopädie heute? Als Patient denken wir oft an die lockeren Spangen, die den Gaumen bedecken und das Reden so schwer machen als auch an die Brackets, die etwas unbequem sind.

Die Kieferorthopädie hat sich in den letzten 20 Jahren extrem modernisiert. Einen wichtigen Beitrag haben dazu die Aligner bzw. transparenten Kunststoffschienen geleistet.
Diese Schienen haben unsere Spezialisierung revolutioniert. Aktuell sind diese Aligner eine sehr geschätzte Behandlungsmethode, mit der Kindern, Jugendliche und Erwachsene behandelt werden können. Selbst wenn bei Kindern noch Milchzähne vorhanden sind, können Aligner als Behandlungsmethode eingesetzt werden. Sie bieten damit eine gute Alternative zu den herkömmlichen lockeren Spangen, die den ganzen Gaumen bedecken und das Reden beeinträchtigen.
Bei einer Behandlung mit Alignern sind zudem weniger Kontrolltermine nötig als bei einer festen Spange – sie verursachen so gut wie keine Zwischentermine.
Um eine solche Behandlung optimal planen und durchführen zu können ist eine spezifische Weiterbildung nötig. Notwendig ist es dafür auch als erfahrener Kieferorthopäde damit vertraut zu sein.

11. Warum halten Sie so viel von Alignern?

Diese transparenten Kunststoffschienen, die im Vergleich zu festgeklebten Brackets (feste Zahnspange) bei Bedarf einfach herausgenommen werden können, sind hygienisch und ästhetisch – fast schon unsichtbar. Sie beinträchtigen das Reden nicht und die Zähne können einwandfrei geputzt werden. Es gibt nur kleine Kunststoffknöpfchen, die vom Kieferorthopäden bei Bedarf geplant und angeklebt werden, um die Bewegung der Zähne zielstrebig zu ermöglichen. Die Vorteile, die diese Behandlungsmethode bietet, sind vielseitig. Der Anwendungsbereich ist enorm. Das macht diese Behandlungsmethode aktuell für jeden Kieferorthopäden, der damit vertraut ist, unerlässlich.

12. Sind alle Schienenanbieter gleich? Jugendliche und Erwachsene werden oft von Anbietern in den Sozialen Medien gleichermaßen angesprochen. Was für eine Meinung habe Sie dazu?

Es ist ganz wichtig sich klarzumachen, dass Schienen (also Aligner) kein Produkt sind, sondern eine Behandlungsmethode. Als diese hat sie bestimmte Indikationen, Vorteile und Nachteile.
Daher sollte immer ein Fachzahnarzt für Kieferorthopädie oder ein Zahnarzt mit Erfahrung in dieser Fachrichtung den Patient nicht nur beraten, sondern auch über den kompletten Zeitraum der Behandlung betreuen. So kann eine Behandlung nach medizinischem Standard gewährleistet werden.
Es gibt tatsächlich bestimmte Anbieter, die in den Sozialen Medien aktuell sehr stark vertreten sind. Einige davon verzichten auf die Expertise der Kieferorthopäden und „verkaufen“ die Schienen direkt online an dem Patienten. Es ist also immer sinnvoll, einen Kieferorthopäden zu besuchen und sich erstmal über die passende Behandlungsmethode zu informieren.

13. Was ist Ihr wichtiges Ziel am Ende eine Behandlung?

Ein schönes Lächeln zu zaubern!

14. Ihre Tipps für ein schönes Lächeln?

Ein schönes Lächeln startet mit einer guten Mundhygiene, auf die wir großem Wert legen. Eine positive Einstellung der kieferorthopädischen Behandlung gegenüber sollte man ebenfalls besitzen. Dabei ist das Vertrauen zum Behandler grundlegend.

15. Sie haben ein Kind in Grundschulalter, wie bringen Sie beide Aufgaben „Mama“ & „Praxisinhaberin“ zusammen? Haben Sie Tipps?

Ja, meine Tochter ist neun Jahre alt. Es ist nicht immer leicht Beruf und Familie zu vereinen. Da mir die Arbeit am und mit meinen Patienten viel Spaß macht, muss die Familie leider gelegentlich etwas darunter leiden.
Mein Tipp: Keine Arbeit am Wochenende mit nach Hause nehmen!

16. Was tun Sie in Ihrer Freizeit am liebsten als Ausgleich?

Am liebsten verbringe ich die freie Zeit mit meiner Familie, wie zum Beispiel beim Tennis spielen mit meiner Tochter. Bei schönem Wetter zählen Ausflüge mit Familie und Freunden zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Für mich ist das der ideale Ausgleich zum Arbeitsalltag.
Ebenso gehört es für mich aber dazu, mindestens einmal pro Monat eine Fortbildung zu besuchen. Ich kann mich täglich für Neues begeistern und freue mich, wenn ich Fortbildungen mit innovativen Therapiemethoden besuchen kann.

Es freut mich Frau Ulman, dass Sie sich die Zeit genommen haben, uns mehr über Ihren Beruf zu erzählen und auch etwas Persönliches mit uns zu teilen.
Vielen Dank!

Danke Ihnen.